Sørvágur-Vestmanna

Die Insel Vagar ist mit der östlich liegenden Insel Streymoy seit 2002 durch einen Unterseetunnel verbunden. Dieser ist zwar zweispurig, gut beleuchtet und belüftet, aber es geht halt recht runter und danach auch wieder ziemlich rauf (tiefster Punkt -105 Meter) und hat zudem viel Verkehr. Die Unterseetunnel wollen wir nicht mit dem Velo befahren, auch wenn es nicht explizit verboten wäre. Also besteigen wir morgens um neun mit Sack und Pack beim Missionshaus in Sørvágur den Bus und lassen uns bis nach dem Tunnel, der nur mit Spritzbeton ausgekleidet ist, chauffieren. Erst in Leynar schwingen wir uns auf den Sattel und fahren nach Vestmanna, unserem nächsten Zwischenstopp für zwei Nächte. Nach nur wenigen Metern sehen wir auf der anderen Seite des Baches Felder mit rechteckigen, dicht an dicht liegenden Erdschollen. Wir rätseln was deren Verwendungszweck ist und lassen diese ahnungslos hinter uns. Wie wir von unserem nächsten Gastgeber, einem jungen ehemaligen Fischer, der ins Tourismus-Business eingestiegen ist, erfahren, handelt es sich hierbei um Kartoffelfelder für den Eigenbedarf. Die Erde wird abgestochen, Kartoffeln gepflanzt, gedüngt und wegen der Kälte umgekehrt wieder auf den Boden gelegt. Ansonsten keimen die Kartoffeln nicht. Die Strasse steigt kontinuierlich an, bald erblicken wir auch Schnee auf den rund 600–700 Meter hohen Gipfeln. Eine kurze Abfahrt führt zum kleinen Ort Vestmanna runter. Mehrere runde Aquakulturen für Zuchtlachs liegen im Hafenbecken, Lachs ist das Hauptexportgut von den Inseln. Weit über 90% der Warenexporte sind Fisch und Fischereiprodukte.

Den Reaktionen der Schafe nach zu urteilen, sind auf dieser Strecke nicht besonders häufig Velofahrer unterwegs.