Viele bunte Lichter

Mit dem Bus geht es wieder an den Bahnhof. Hier gibt es keinen einheitlichen Fahrpreis. Dieser unterscheidet sich je nach Fahrtdauer. Auf der Anzeigetafel vorne beim Fahrer sind die Nummern 1 bis 40 aufgelistet, darunter erscheint wechselnd eine Digitalanzeige mit dem Fahrpreis. Beim Einsteigen zieht man sich einen Papierstreifen mit der aufgedruckten Stationsnummer aus dem Automaten und zahlt beim Aussteigen den Preis, der vorne unterhalb dieser Nummer angezeigt wird.

Mit Umsteigen in Kokura erreichen wir in knapp vier Stunden Fahrt Shin-Ōsaka. Erstmals stempelt der Schaffner unsere Reservation. Bis anhin schritt der Schaffner nach jeder Haltestelle durch den Wagen und kontrollierte ob auf den reservierten Plätzen jemand sitzt. Den Fahrschein muss man beim Betreten und Verlassen des Bahnhofs vorweisen. Mit der U-Bahn gelangen wir zu unserer Unterkunft. Das Dreibett-Zimmer ist recht günstig, hat dennoch eine angenehme Grösse. Im Erdgeschoss gibt es ein japanisches Gemeinschaftsbad und auf jedem Stock Toiletten. Abends will ich eigentlich nur schnell unter die Dusche hüpfen, setze mich aber doch noch einige Minuten ins heisse Becken. Ich habe Gefallen am Japanischen Bad gefunden!

Der Bahnhof, von wo morgen unser Zug nach Yoshino fährt, ist in der Nähe. Die Zugreservation haben wir bereits online getätigt, nun brauchen wir noch ein Ticket, da unser Railpass auf jener Strecke nicht gültig ist. Wir gehen an den Schalter, der Mann ist überaus freundlich, meint aber wir brauchen einen Dolmetscher. Also rennt er nach draussen, um wenig später mit einer Frau vom Tourismusbüro zurückzukommen. Es wäre bestimmt auch ohne Hilfe gegangen. Wir kaufen die Tickets für die Hin- und Rückreise und spazieren danach zum buddhistischen Shitennō-ji Tempel, den wir auf der Karte entdeckt haben. Die Tore sind um fünf Uhr bereits geschlossen, aber es gibt auch von aussen vieles zu bestaunen. Wir spazieren weiter zum Tsutenkaku Turm, der offensichtlich im Vergnügungsviertel errichtet worden ist. Überall bunte Lichter, Restaurants, Spielhallen und Geschäfte mit Krimskrams. Wir gehen in ein Restaurant, das auf der Speisekarte eine separate Spalte für Gemüse hat. Wir verzichten auf die in Zwetschgen eingelegten Quallen und bestellen neben Pommes Cherry-Tomaten, Avocado, Zwiebeln, Käse und Reis und realisieren nach dem Bestellen, dass wohl alles in frittierter Form auf den Tisch kommen wird. So ist es auch: auf Holzstäbli aufgespiesstes, frittiertes Gemüse.