Poulet, ein beliebtes Fotosujet

Wir wollen an einer Führung der Indonesian Historical Society durch das Nationalmuseum teilnehmen. Da die um halb elf Uhr beginnt und man immer genügend Zeit für die Wegstrecke einrechnen muss, können wir nicht allzu lange im Bett liegen bleiben. Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet hüpfen wir also schon wieder in ein Taxi, das schon wieder erst zügig und dann nur noch schleppend vorwärtskommt. Die Führung ist interessant und lehrreich. Wir lernen die Bedeutung des kris kennen: das Kurzschwert, der wohl wichtigste Gegenstand eines Mannes hier. Danach fahren wir – wieder mit dem Taxi – nach Norden ans Meer und spazieren ein Stück der Küste entlang. Mehrfach werden wir nach Fotos gefragt. Dass auch Leute in Jakarta sich noch mit Weissen ablichten wollen, damit habe ich nicht gerechnet. Die Weissen werden hier – so hört es sich wenigstens an – als «Poulet» bezeichnet. Schreiben tut man es wohl anders.

 

Sophie wurde während der vergangenen Monate in Jakarta kaum von Mücken gestochen. Nicht so wir. Eine halbe Stunde bei beginnender Dämmerung draussen und schon haben wir beide je fünf Stiche. Leider habe ich meinen neu am Flughafen Zürich erworbenen Riemser bite away Hitzestift nicht dabei, so dass ich diesen nicht umgehend testen kann. Im klimatisierten Hotelzimmer angekommen, wird dieses Ding umgehend eingesetzt. In einen Bericht hiess es, dass es sich unangenehm anfühlt, wenn der Stift kurz für wenige Sekunden auf 50° erhitzt, um die Proteine zu verändern. Ich bin offensichtlich eine Memme oder überaus hitzeempfindlich. Es ist nicht unangenehm, es tut weh und zwar richtig! Allerdings – diejenige, die so davon geschwärmt hat, hatte recht – der Juckreiz ist danach weg und man wünscht sich, so ein Ding schon vor Jahren besessen zu haben!