Gefrorenes Wasser

Morgens ist es 3° C frisch im Zelt, am Velo haben wir eine Wasserflasche vergessen, das Wasser war gefroren. So warten wir im warmen Schlafsack die ersten Sonnenstrahlen ab. Danach wird es rasch wärmer. Nach einigem Ausprobieren schafft es Philipp wieder, den Gaskocher anzuzünden. Bis zur Passhöhe sind noch gut 250 Höhenmeter zu bewältigen, zum Glück auf passabler Strasse. Beim Aufstieg treffen wir auf zwei Münchner, die etwas weiter unten übernachtet hatten. Die beiden 20 Jahre jüngeren sind etwas schneller unterwegs als wir. Sie haben es in elf Fahrtagen von Duschanbe hierhergeschafft, wir (ich) brauchten deren 17. Auf Passhöhe lassen wir die beiden ziehen. Wir sehen mehrere Murmeltiere, etwas rötlicher als unsere und meist sehr gut genährt.

 

Beim Runterfahren überqueren wir einen Bach, wo wir unsere Wasservorräte aufstocken können. Die Strasse ist streckenweise ganz gut, abschnittsweise etwas sandig-mühsam. Der Wind kommt von allen Seiten – ausser von hinten. Kurz bevor wir die M41 wieder erreichen, werden wir von zwei Ostdeutschen mit Mini-Rucksack auf Mountainbikes mit Begleitfahrzeug überholt. Wir freuen uns auf die geteerte Strasse, welch Unterschied! Der Genuss ist von kurzer Dauer, denn wir wollen einen Abstecher nach Bulunkul machen, dem kältesten Ort in Mittelasien. So verlassen wir nach zwei Kilometern bereits wieder die seidene Strasse und begeben uns wieder auf sehr holprige Pfade. Die 16 km nach Bulunkul erreichen wir zwei anstrengende Stunden später. Krasser Gegenwind und das ständige Suchen nach der besten Fahrspur braucht Zeit. Vielerorts auf der Strecke ist das Wellblech so ausgeprägt, dass auch die Autos auf Nebenspuren ausweichen. Es gibt also mehrere halbwegs parallel verlaufende Strassen nach Bulunkul. Wir freuen uns auf einen windgeschützten Ort und schlafen nach reichhaltigem Znacht zufrieden ein. Zuvor unterhalten wir uns noch kurz mit unserer neuen Zimmergenossin Maria, aus Russland.