Ohni Pfus ghot nüt!

Nach mehreren Toilettengängen verlassen wir am frühen Morgen das Homestay. Das Essen scheint uns beiden nicht gut bekommen zu sein. Vielleicht ist auch die Wassermelone immer noch der Übeltäter. Später erfahren wir, Melonen werden manchmal mit Wasser aufgespritzt, um sie mit mehr Gewicht und somit teurer verkaufen zu können. Immerhin beginnen die Probleme erst nach dem Aufstehen, so hatten wir wenigstens eine erholsame Nacht. Am Morgen kommen wir auch noch halbwegs vorwärts, am Nachmittag nicht mehr. Wir haben beide wenig Energie, machen mehrfach Pausen. Wir treffen eine Französin, die alleine unterwegs ist und von Bishkek aus heimfährt. Bei einem Sonnencrème-Stopp treffen wir auf zwei Holländer. Die beiden sind seit einigen Jahren im Sommer am Reisen und arbeiten im Winter als Skilehrer. Erstmals andere Velofahrer mit Karbonriemen getroffen. Ich bin nicht sehr gesprächig. Mir geht bald der «Pfuus» aus. Wir erkundigen uns per SMS noch bei Boris, da er uns überraschenderweise noch nicht überholt hat. Das hat er aber offensichtlich heute, aber in einem Auto. Er hat ebenfalls was eingefangen, sich nach Rushan chauffieren lassen und liegt nun dort flach.

Wir beenden am frühen Nachmittag unsere Tagesetappe nach gerade mal 40 km. Ich kriege nichts mehr auf die Reihe. Philipp stellt das Zelt auf, bläst mein Mätteli auf, kocht Nüdeli mit Bouillon und unterhält sich mit Peter. Ein Österreicher, der seit vier Jahren mit dem Rad unterwegs ist und sich für die Nacht zu uns gesellt. Ich versuche etwas zu essen, messe Fieber (38.6°) und gehe schlafen. Heute gerade mal vier Fotos geschossen.

Distanz: 40 km von Deh nach Dehrusahn Biwak

rauf: 530 Höhenmeter

runter: 260 Höhenmeter

Temperatur und Strasse: keine Ahnung mehr, es war anstregend und ich war krank

Highlights: Cola - Nahrungsmittel, Getränk und Medizin in einem, bin sehr gut umsorgt worden