Gfrörli

Es ist noch nicht mal September und auch wenn es nun abends, wenn ich das Hallenbad verlasse, bereits dunkel ist, so ist der Winter doch noch weit entfernt. Während der letzten zwei Wochen ist es hier in Durham aber frisch geworden! So bin ich gestern mit meinen dünnen Handschuhen mit dem Velo an die Uni gedüst und habe - nachdem ich am Montag den ganzen Tag in meinem Büro kalt hatte - auch meine gefütterten Winterschuhe wieder hervorgekramt. Mein britischer Kollege wunderte sich etwas ob meiner Kleidung...

 

Wenn ich stundenlag vor meinem Rechner sitze, ohne mich gross zu bewegen, dann hab ich irgendwann kalt. Mir fehlt wohl die hiesige Erziehung. Vor etwa einem Monat war ich an einem sonnigen Tag an der Küste. Aufgrund des Windes war es aber dennoch recht frisch, so dass ich mir einen Pullover überzog. In solchen Momenten lassen sich Ausländer von einheimischen Touristen prima unterscheiden. Die Briten laufen dann in kurzen Hosen, Minijup und Trägershirt oder ganz ohne Shirt rum (selbstverständlich nur die Männer). Beim Warten abends um sechs Uhr, am Schatten auf den Zug sass eine englische Familie mit Kinderwagen und zweijährigem Mädchen neben uns auf der Bank. Das rotharige Mädchen trug ein hübsches Röckchen mit dünnen Trägern - ich eine Jacke und lange Hosen, allerdings nur Turnschuhe und keine Stiefel, aber das war auch noch im Juli.